„Beam me in, Scotty!“

Siegen, 12.10.2021

Seit 2008 tourt das größte begehbare Darmmodell Europas durch Deutschland, und das Siegener St. Marien-Krankenhaus war damals eines der ersten Krankenhäuser, durch das sich der 20 Meter lange Darm wand. Nun gibt es ein platzsparendes Pendant und wieder einmal ist Siegen eine der ersten Adressen für dessen Einsatz. Dank Virtual Reality-Brille und Controllern können am 23. November ab 10 Uhr Besucher des Ambulanten Zentrums in die virtuellen Welten des menschlichen Darms eintauchen und auf einem Spaziergang durch dieses wichtige Organ Wissenswertes hierüber erfahren. Ganz nebenbei wird über Darmkrebsvorsorge informiert – dies geschieht virtuell und ganz analog durch die Experten des Darmzentrums im St. Marien-Krankenhaus Siegen. Letztere sind die Chefärzte Prof. Dr. med. Frank Willeke (Chirurgie), Dr. med. Heinrich Franz (Gastroenterologie), Prof. Dr. med. Ralph Naumann (Onkologie) und Dr. med. René Baumann (Strahlentherapie).

Als vor 13 Jahren das Darmmodell erstmals nach Siegen kam, um die Bevölkerung aufmerksamkeitsstark und unterhaltsam für die Darmkrebsvorsorge zu sensibilisieren, war das Echo enorm. Es gab damals noch eine gewisse Scham, sich mit dem Thema Darmkrebs auseinanderzusetzen. Doch war die emotionale Distanz durch den 20 Meter langen und fast drei Meter hohen Schlauch mit einer Tonne Materialgewicht schnell überbrückt; der Darm schlängelte sich damals von der Aufnahme über das Foyer bis hin zu den zentralen Aufzügen. Nun wolle man nach Corona nicht noch ein digitales Angebot konstruieren, vielmehr sollten Präsenz und Eintauchen in eine digitale Welt miteinander verschmelzen, und zwar vor Ort im Ambulanten Zentrum am St. Marien-Krankenhaus. 

Virtual Reality-Spezialisten aus Leipheim haben das am Computer generierte Aufklärungstool nach dem Lern-Konzept des Original-Darm-Modells entwickelt: Der Besucher durchschreitet erst einen gesunden Abschnitt, bevor er das Wachstum eines Polypen sieht, der schließlich zu Darmkrebs mutiert. Er wird zudem über Risikofaktoren, wie chronisch entzündliche Darmerkrankungen aufgeklärt und erfährt, was das familiäre Risiko für ihn bedeutet. Durch virtuelle Hinweisschilder im Darm wird der Besucher über Krankheitsstadien informiert und erfährt, wie die Vorsorgekoloskopie ihn vor Darmkrebs schützen kann.
Der Ansatz überzeugte schließlich die Chefärzte der im Darmzentrum zusammengeschlossenen Kliniken des St. Marien-Krankenhauses. Sie hoffen, dass nicht nur die „Millennials“ diese virtuelle Reise durch den Darm unternehmen werden, sondern gerade die älteren Besucher die innovative Technik erleben wollen. „Natürlich gibt es da auch eine entsprechende Unterstützung der Leipheimer VR-Spezialisten für alle Teilnehmer“, heißt es von den Organisatoren. „Sie ‚beamen‘ die Besucher in die virtuelle Realität der modernen Prävention.“