Vizepräsidentin besucht Hospiz

Vizepräsidentin besucht Hospiz
Wilnsdorf, 11.07.2018

Die letzte Lebensphase beängstigt viele Menschen. Palliativ- und Hospizmedizin wird zwar wertgeschätzt, sie wird jedoch aus dem Alltag der Menschen verdrängt. Um dem entgegenzutreten besuchte am vergangenen Freitag Landtagsvizepräsidentin Carina Gödecke das neue Marien Hospiz Louise von Marillac auf der Eremitage.

Bei der Visite im Hospiz und anschließend auf dem Palliativbereich des St. Marien-Krankenhauses spielte Parteipolitik gar keine Rolle, obwohl die Akteure gerade im Bund einen schieren Dauerwahlkampf vermuten lassen. Für Carina Gödecke war das jedoch nachrangig, möchte sie doch am heutigen Tag, fern von ihrem Wahlkreis den Alltag erfahren. Zuhören statt überzeugen, nachfragen statt positionieren, könnte man das Motto des Tages nennen. Nachdenklichkeit herrschte beim Besuch im Marien Hospiz als Hospizleiterin Juliane Schneider vom Ende des Lebens erzählt. Von Schmerzen. Vom Segen der Palliativmedizin. Aber auch von deren Grenzen. Von Verzweiflung der zurückgelassen Kinder. Aber auch vom würdigen Sterben. Hier erklärt dann auch Hubert Berschauer, Mitglied der erweiterten Geschäftsleitung der Marien Gesellschaft Siegen, die Beweggründe und den Weg hin zum neuen Hospiz im ehemaligen Klarissenkloster.

Carina Gödecke konnte dann auch von ihren Erfahrungen und einer besonderen Begebenheit berichten. Sie erzählte von einer Krankenschwester, die täglich von ihrer Station auf das benachbarte Hospiz blickte und mit der Entscheidung rang, vom Klinikbetrieb ins Hospiz zu wechseln. „Sie hat eine bewusste Entscheidung getroffen und schließlich die die Lebenserfüllung in der Arbeit im Hospiz gefunden“, sagte die Politikerin. Hubert Berschauer pflichtete ihr bei und sprach dann auch davon, dass der Dienst in einer solchen Einrichtung mehr Berufung denn Beruf sei.

Leichter ums Herz war es der Vizepräsidentin dann im St. Marien-Krankenhaus. Geführt von Hauptgeschäftsführer Hans-Jürgen Winkelmann und Geschäftsführer Christoph Rzisnik, wurde zwar mit dem Palliativbereich des Krankenhauses eine Station zur Versorgung von schwerstkranken Menschen besucht, doch drehte sich der Besuch dann später mehr um allgemeine Fragestellungen eines Klinikbetriebs. Dann ging es auch weiter zur Begehung der Großbaustelle des neuen Bildungsinstituts für Gesundheitsberufe am Fuße der Kinderklinik, der den Abschluss des Tagesprogramms in Siegen bildete.