Mehr Sicherheit bei Herz-OP

Mehr Sicherheit bei Herz-OP
Siegen, 27.05.2018

Aufgrund von großen Herzinfarkten, einer sehr weit fortgeschrittenen schweren Herzschwäche oder anhaltenden lebensgefährlichen Herzrhythmusstörungen aus der Herzkammer kann es zu Situationen kommen, bei denen das eigene Herz nicht mehr in der Lage ist, ausreichend viel Blut für die Versorgung des Körpers zu pumpen. In diesen Situationen würde der Patient trotz maximaler medikamentöser Therapie mit einer sehr großen Wahrscheinlichkeit versterben, wenn das Herz in seiner Funktion nicht zeitnah durch eine künstliche Pumpe unterstützt wird.
 

In der Kardiologie des Herz- und Gefäßzentrum Südwestfalen von Prof. Dr. Michael Buerke kommt nun ein Herzunterstützungs-System zum Einsatz, das dem Herz hilft Blut zirkulieren zu lassen. Kernkomponente des neuen Systems ist eine Mikro-Axialpumpe. Die hochleistungsfähige Pumpe wird minimalinvasiv über die Leiste eingeführt und bis in das Herz vorgeschoben.
 

Die sog. Impella-Pumpe fördert minütlich bis zu fünf Liter Blut aus der linken Herzkammer über die Aortenklappe in die Hauptschlagader. Das Herz wird auf diese Weise aktiv entlastet, der Blutkreislauf unterstützt und somit die Voraussetzung für weitere kardiologische oder herzchirurgische Notfallmaßnahmen geschaffen. Auch außerhalb dieser akuten Situation kann das System bei komplexen Herzkatheter-Eingriffen oder Ablationen von Herzrhythmusstörungen eingesetzt werden. Das Kernstück des Systems ist eine Mikroaxialpumpe, die durch einen miniaturisierten Elektromotor angetrieben wird.
 

Ein weiterer großer Vorteil dieser neuen Technologie: Wenn es schnell gehen muss, können die Experten im Herz- und Gefäßzentrum nun ebenfalls auf die Herz-Pumpe zurückgreifen. Die Mini-Pumpe wird innerhalb von zehn Minuten eingesetzt – schneller als alle anderen medizinischen Hilfsmittel. Über einen Katheter in der Leiste wird sie ins Herz eingeführt. Dort sitzt sie dann in der linken Herzkammer und pumpt das Blut durch den Körper. Eine zusätzliche Operation ist nicht notwendig. Bei Patienten, bei denen es bisher keinen anderen Weg gegeben hat, so genannte Risikopatienten, findet die Pumpe künftig weiter Anwendung.